Sonntag, 13.9.2026

Tag des offenen Denkmals im Industriemuseum Herrenwyk

11:00 bis 12:00 Uhr
Rundgang durch die Werkssiedlung
Die Werkssiedlung für die Arbeiter und Beamten des ehemaligen Hochofenwerks Lübeck wurde in den 1910er bis 1930er Jahren errichtet und ist im norddeutschen Raum einmalig. 2025 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt. Im Rahmen des Quartiersrundgangs lernen Sie die Geschichte und den Alltag in der Werkssiedlung bis in die 1980er Jahre und darüber hinaus kennen – von den Wohnhäusern, dem Werkseingang, der Bäckerei, dem Kaufhaus, dem Kasino bis zum Badehaus und der Villa des Generaldirektors.
Startpunkt: Industriemuseum Herrenwyk
Aufgrund der begrenzten Kapazität können Sie hier (kostenfreie) Tickets zu erwerben. Nur mit Ticket können wir eine Teilnahme garantieren.

12:00 bis 16:00 Uhr
Altes Handwerk in der Schmiede
Felix Irmscher präsentiert in der Schmiede (Eingang über den Hof) ein altes Handwerk – und Sie können mit der ganzen Familie zusehen. Wer Lust hat kann auch einmal selber den Hammer schwingen.
Ebenfalls in der Schmiede demonstriert Gerd Schulz die Arbeit an der Drehbank. Erleben Sie, wie von einem eisernen Werkstück Schicht für Schicht abgetragen wird – so wie ehemals in den Werkstätten der Flender- Werft.

Anlässlich des Tags des offenen Denkmals ist der Eintritt in das Industriemuseum Herrenwyk und die Teilnahme am Rundgang durch die Werkssiedlung kostenfrei.

Eisenstraße - © Archiv Industriemuseum Herrenwyk
Dr. Götz Aly © Susanne Schleyer

Moderierte Lesung und Diskussion mit PD Dr. Götz Aly am Sonntag, 20.9. um 11 Uhr

WIE KONNTE DAS GESCHEHEN? – DEUTSCHLAND 1933-1945

Warum wählten so viele Deutsche die NSDAP, wie kam es zu so viel Zustimmung unter jungen Leuten, Protestanten, vormaligen Anhängern sogar linker Parteien? Warum stimmten sie für Hitler, der angekündigt hatte, die republikanische Verfassung zu zerstören? Warum gestatteten sie wenig später die „Euthanasie“-Morde, die Pogrome gegen Juden, die Überfälle auf europäische Nachbarn, bejubelten großenteils den Vernichtungskrieg gegen Polen und die Sowjetunion, erhofften den “Endsieg“? Warum überzogen 18 Millionen deutscher Soldaten halb Europa mit Verwüstung und Tod? Sollten unsere Urgroßeltern, Großeltern und Eltern so andere Menschen gewesen sein als wir? Was haben sie uns vermittelt?

Der vor allem über seine teilweise kontrovers diskutierten Forschungen und Veröffentlichungen zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik, zur Tötung Kranker und Behinderter, zur Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden bekanntgewordene und mehrfach ausgezeichnete Historiker, Politologe und Journalist PD Dr. Götz Aly suchte über Jahrzehnte Antworten auf solche noch immer aktuellen Fragen. Er studierte Akten, Tagebücher, Aussagen Gefangener, Erzählungen, suchte in Briefen und in der Literatur und stellt seine Ergebnisse in seinem im Herbst 2025 erschienenen umfangreichen Buch fesselnd dar. Das Buch kann bei der Veranstaltung erworben werden.
Mehr über den Autor bei Wikipedia
An zahlreichen Orten der Bundesrepublik finden seit der Buchveröffentlichung gut besuchte Lesungen und Gespräche zum Thema statt.
Trotz der großen Veranstaltung des Lübecker Willy-Brandt-Hauses im Januar ist es uns gelungen Dr. Götz Aly noch einmal für Vortrag und Gespräch im Industriemusem Herrenwyk zu gewinnen, diesen für die jüngere Geschichte Lübecks so bedeutenden Ort mit seiner besonderen Geschichte. 

Moderiert wird unsere Veranstaltung von Christian Rathmer – Historiker, Autor, VLIAK-Mitglied und Leiter der Gedenkstätte Lutherkirche -, der sich einschlägig mit Themen wie Rüstungswirtschaft und Zwangsarbeit sowie Widerstand und Verfolgung während der NS-Zeit beschäftigt hat. 

Der Eintritt ist für VLIAK-Mitglieder frei (bitte Personalausweis vorzeigen), andere Besucher zahlen den normalen Eintrittspreis für des Museum (Erwachsene 7 €, siehe https://industriemuseum-herrenwyk.de/eintrittspreise)

Bitte melden Sie sich mit einer kurzen eMail an über info@vliak-herrenwyk.de, weil die Teilnehmerzahl aufgrund der Platzverhältnisse im Foyer des Industriemuseums begrenzt ist.

Sonderausstellung bis 25.10.26

Trave-Taucher-Technik

Ohne Taucher geht es nicht!

Unterwegs in eine Welt, die unter der Wasseroberfläche der Trave jahrzehntelang unsichtbar blieb. Berufstaucher aus Hafenwirtschaft, Wissenschaft, Feuerwehr und Marine verrichteten – und verrichten weiterhin – dort unverzichtbare Arbeiten: Reparaturen, Bergungen, Leitungsbau, Forschung.
Der Kurator Rainer Wiedemann zeigt in der Ausstellung die historische Entwicklung des Tauchens von der Antike bis in die Gegenwart sowie authentische Ausrüstungen, darunter Helmtauchgeräte, Leichttauchanzüge und eine Dekompressionskammer. Eine Reise in die Tiefe, die zeigt, wie viel menschliche Bewegung, Mut und Technik unter Lübecks Wasserwegen verborgen liegt.

Sonntag , 27.09.2026 von 11:00 bis 12:00 Uhr: 
Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung mit dem Kurator Rainer Wiedemann.
Die Führung kostet 4 € zuzüglich Eintrittsgeld.
Weitere Führung bei der Museumsnacht am 29.8. um 19:00 und 20:30 Uhr.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Alle Termine zur Sonderausstellung finden Sie hier.

@ Helmtaucher in Feuerwehrschule Koblenz im Taucherturm bei 5-10 m Tiefe, Foto: Frank Werthwein